Studienreise: Selbstvergewisserung zu Auschwitz

„Auschwitz war tatsächlich ein sehr wichtiger Schauplatz des Holocaust: Einer von sechs ermordeten Juden starb hier. Doch obwohl die Todesfabrik in Auschwitz-Birkenau die letzte arbeitende Vernichtungsanlage war, stand sie nicht auf der Höhe der Technologie des Todes“, merkt Timothy Snyder in seiner Studie „Bloodlands“ an. „Die effizientesten Erschießungskommandos töteten schneller, die Hungerlager töteten schneller, und Treblinka tötete schneller. Die meisten sowjetischen und polnischen Juden unter deutscher Besatzung waren bereits tot, als Auschwitz zur größten Todesfabrik wurde. Als der Gaskammer-und Krematorienkomplex in Birkenau im Frühjahr 1943 die Arbeit aufnahm, waren über drei Viertel der im Holocaust ermordeten Juden bereits tot.“1

Die Ermordung von Millionen europäischer Jüdinnen und Juden ist und bleibt ein einmaliges Verbrechen. Der Tatort des deutschen  Nationalsozialismus in Auschwitz mit seiner „Mischung aus industriellem Lagerkomplex und Vernichtungsanlage“ (Hannah Arendt)straft mit seiner Beweiskraft das neurechte Geschwätz führender Politiker von AfD und ihr verbundenen Kräften gegen die in langem Ringen erreichte bundesdeutsche Erinnerungs- und Geschichtspolitik Lügen. Mit im europäischen Vergleich geringen finanziellen Mitteln hat die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau einen aufklärenden, würdigen und berührenden Ort der Erinnerung erhalten können und entwickelt ihn weiter.

Natürlich wird durch einen Besuch das Unbegreifliche nicht begreiflich, aber der Besuch bietet eine gute Chance, sich selbst zu vergewissern. Gerade für Erwachsenen ist es nicht leicht, das alleine zu tun, daher lädt die Kurt und Herma Römer Stiftung – neben gesonderten Angeboten für interessierte Gruppen – jährlich öffentlich zu einer Studienreise (zum Selbstkostenpreis) nach Krakau und Oświęcim ein, dem polnischen Ort, an dem sich „Auschwitz“ befindet.

In Krakau folgte die Reise Spuren des Lebens und Alltags jüdischer Menschen vor dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen, ihrer folgenden Ghettoisierung und Deportation in die Vernichtung. Während des zweitägigen Aufenthaltes in der Gedenkstätte in Oświęcim geht es zunächst um die Dimension und industrielle Organisation der Massenmorde in Birkenau und  danach im sogenannten Stammlager um Dokumente und Beweise zu den vorsätzlich begangenen Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus.

Dieses selbstorganisierte Angebot verarbeitet seit über zwanzig Jahren den aktuellen Stand der Geschichtswissenschaft und wendet sich in erster Linie an erwachsene, politisch interessierte Menschen, die eine „sichere Gruppe“ mit humanistischen Resonanzboden bevorzugen.

Abreiseorte sind Hamburg, Berlin und Frankfurt/Main. Das Vorbereitungstreffen findet in Hamburg am Samstag, den 1. September um 14:30 Uhr (bis ca. 17:30 Uhr) im Centro Sociale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, statt (gegenüber der U-Bahn-Station „Feldstraße“).
(Wenn sich drei und mehr Personen aus einem Hamburg fernen Ort anmelden, kann die Vorbereitung getrennt zu einem frei vereinbarten Termin vor Ort erfolgen.)

Telefon: 0800 7872854 (kostenfreier Anruf)

E-Mail: kontakt@kurt-und-herma-roemer-stiftung.de

Studienreise Selbstvergewisserung zu Krakau_Auschwitz 01.-06.10.2018

Anmeldung_Studienreise Krakau_Auschwitz 10-2018